Werder bleibt erstklassig!

Nach dem Schlusspfiff am Sonnabend bin ich natürlich in grenzenlosen Jubel und tatsächlich auch in Tränen ausgebrochen, dass ich relativ nah am Wasser gebaut bin war mir ja vorher klar, aber ich war nur einer von vielen die in diesem Moment mehr als nur ein wenig Pipi in den Augen hatten. Totaler Wahnsinn, was da los war, für mich war es sicher der emotionalste Werdermoment nach der Meisterschaft 2004. Erst in diesem Moment habe ich wirklich gemerkt wie groß meine Anspannung und wohl auch die Angst vor dem Abstieg in den letzten Wochen gewesen ist und so ging es offensichtlich sehr vielen der Menschen im Stadion.

Mann, habe ich da keinen Bock drauf…

Natürlich ist es wieder so ziemlich komplett anders gekommen, als ich es gehofft, bzw. prognostiziert habe. Werder hat sein Auswärtsspiel in Köln nicht gewonnen und Frankfurt hat sein Heimspiel gegen Dortmund gewonnen, wenigstens war auf Stuttgart mit der Heimniederlage gegen Mainz Verlass. Werder bleibt also bis zum letzten Spieltag ein  Abstiegskandidat, die direkte Rettung, die Relegation und auch der direkte Abstieg sind die Möglichkeiten die vor dem letzten Spiel zuhause gegen Frankfurt bleiben.

Wie geil war das denn?

Ich bin nach dem gestrigen Spiel immer noch total berauscht und  sprachlos, dem entsprechend wird mein heutiger Kommentar zum 6:2 Heimerfolg gegen die Stuttgarter etwas kürzer ausfallen als Ihr es gewöhnt seid.
Die Stimmung im Stadion vor, während und nach dem Spiel war einfach nur großartig, etwas ähnliches habe ich glaube ich zuletzt in der Meistersaison 2004 erlebt.
Das Spiel hatte alles was man sich als echter Fußballfan wünschen kann, Kampf, Leidenschaft, Spannung, Glücks-, Eigen-, kuriose, richtig schön raus gespielte Tore und natürlich das so wichtige  Ergebnis! 6 zu 2 für Werder, Wahnsinn!

Kein Wunder von der Isar, dafür Niederlage an der Elbe!

So, anders als von mir prognostiziert steht Werder weder im Pokalfinale, noch wurde der HSV aus dem eigenen Stadion gefegt. Ehrlicherweise muss ich natürlich zugeben, dass ich nicht wirklich mit einem Erfolg im Pokalhalbfinale gerechnet habe, am Ende haben sich unsere Jungs ganz gut geschlagen und haben es den Bayern nicht leicht gemacht. Nicht gegebenes Werdertor hin und Schwalbe von Vidal her, ich glaube nicht, dass Werder eine ernsthafte Chance hatte das Ticket für Berlin zu lösen. Im Nachhinein betrachtet ist es vielleicht auch ganz gut so, denn am Donnerstag vorm Pokalfinale ist das Relegations-Hinspiel, am folgenden Montag entsprechend das Rückspiel und die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Lieblingsmannschaft dabei sein wird, ist ja nach der Niederlage gegen den HSV nicht gerade geringer geworden.

Der dritte Heimsieg

Wie Ihr Euch ja erinnern könnt war ich nach der letzten Heimniederlage gegen Augsburg ziemlich angefressen und ich muss ehrlich zugeben, dass ich am letzten Sonnabend auf dem Weg ins Stadion immer noch alles andere als optimistisch war. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass unsere Lieblingsmannschaft eine sehr viel bessere Leistung als in der Vorwoche abliefern würde. Auch wenn ich beim Empfang des Mannschaftsbusses an der Rampe zum Stadion nicht dabei war, hatte ich alles in meinem Rahmen Mögliche getan um unsere Jungs zu unterstützen. Ich hatte die Werderfahne rechtzeitig aus dem Fenster gehängt, ich hatte natürlich meinen Werderschal umgebunden, ich trug den geliebten Fishirt-Hoodie und sogar das grün-weiße selbst geknüpfte Armband, ein Geschenk meines neunjährigen Neffen baumelte an meinem Handgelenk. Dieses Armband hatte ich zum ersten Mal beim Augsburgspiel dabei und musste mir da schon den ein oder anderen spöttischen Spruch von meinen Kumpels anhören. Tja, gegen die Fuggerstädter hatte es ja auch nicht wirklich Glück gebracht, wenn wir gegen Wolfsburg auch verloren hätten wäre dieses Schmuckstück wohl auch für ewige Zeiten in einer Schublade verschwunden. Jetzt soll nochmal jemand behaupten ich wäre nicht abergläubisch, im Übrigen hoffe ich sehr, dass mein Neffe diesen Blog nicht liest.

Und so spielt ein Absteiger!

Mann, war ich nach dem Heimspiel gegen Augsburg sauer und dem gellenden Pfeifkonzert bei Spielende nach zu urteilen war ich mit meinem Unmut nicht alleine. Ich habe echt keine Lust mehr auf diese Scheiße, da wird seit Wochen davon geredet wie wichtig diese Spiele gegen Mannschaften auf Augenhöhe sind, dass unsere Mannschaft mit dem Restprogramm besser da steht als die Konkurrenz im Abstiegskampf, dass unsere Jungs den Vorteil haben den Abstiegskampf gewöhnt zu sein, dass die Qualität der Mannschaft groß genug ist um die Klasse zu halten und ganz nebenbei wird dann auch noch vom Erreichen des Pokalfinales in Berlin geträumt.

Niederlage in Dortmund

Unsere Mannschaft hat also in Dortmund die erwartete Niederlage kassiert und ist durch den Punktgewinn von Hoffenheim einen weiteren Platz in der Tabelle nach unten gerutscht. Irgendwie alles wie erwartet und irgendwie eben auch nicht, denn Werder hat gegen den Tabellenzweiten ein über weite Strecken richtig gutes Spiel abgeliefert, hat einen Rückstand weggesteckt, das Spiel gedreht und wenn auch nur kurz sogar geführt.

Spannend bis zum Schluss!

Da soll doch noch mal einer behaupten die Bundesliga wäre langweilig. Wer das behauptet kann eigentlich nur Anhänger eines Clubs sein, der in dieser Saison schon seine Schäfchen im Trockenen hat und mit dem Abstieg nichts mehr zu tun hat, wobei ja auch der Kampf um die internationalen Plätze noch lange nicht entschieden und damit eben auch spannend ist. Platz 1,  2  und 18 in der Tabelle sind wohl die einzigen die schon definitiv vergeben sind und überraschender Weise steht da der FC Bayern vor der Borussia aus Dortmund und wer da am Ende das Rennen um die Meisterschaft macht ist wohl auch mal klar, da braucht man denn wirklich nichts mehr spannend reden. Langweilig!

Zweiter Heimsieg – Wahnsinn!

Am 25. Spieltag hat es der SV Werder Bremen doch tatsächlich geschafft den zweiten Heimsieg einzufahren, Grund genug für mich mal wieder ein paar Zeilen über unsere Lieblingsmannschaft zu schreiben. In den letzten 7 Tagen hat es unser Verein wirklich geschafft mich einmal durch das Gebirge meiner Gefühlswelt zu schicken, am letzten Sonnabend nach dem Unentschieden gegen Darmstadt habe ich völlig frustriert und desillusioniert das Weserstadion verlassen, anfangs komplett Erwartungslos und anschließend restlos begeistert saß ich am Mittwoch Abend im Eisen und habe mir den grandiosen Werdersieg gegen Leverkusen angeschaut.

Offenbarungseid

Vor zwei Wochen, nach der 1:5-Klatsche in Gladbach, habe ich noch gesagt: „Scheiß drauf! Auch für solche Spiele gibt’s zum Glück keine Minuspunkte, nun kommen Hoffenheim und Ingolstadt, dort gilt es!“ Jetzt, ein mickriges Pünktchen später, ist die Ernüchterung groß, nicht nur über diese übersichtliche Ausbeute, sondern vor allem über das sportliche Auftreten: das war ein fußballerischer Offenbarungseid.